Glossar

Absetzprobe
Bei der Absetzprobe wird gemessen, wieviele Schwebstoffe in der Abwasserprobe sich innerhalb einer bestimmten Zeit am Boden eines Gefäßes absetzen.

Auftriebssicherung
Falls das Grundwasser so hoch ist, daß der Klärbehälter zum Teil darin versetzt wäre, so könnte es passieren, daß der Klärbehälter, trotz seines enormen Gewichtes, nach oben, aus dem Boder herausgedrückt würde (Ähnlich wie ein Korken, der sich selber aus dem Wasser drückt und oben aufschwimmt). Um dies zu verhindern werden die Behälter mit einer breiteren Kante am Behälterboden versehen, so daß sich dieser sozusagen im Boden „festhakt“.

Blähschlamm
Als Blähschlamm wird Schlamm bezeichnet, der sich durch extrem schlechte Absetz- und Eindickeigenschaften auszeichnet. Der Blähschlamm steht meist in dicker Schicht im Nachklärbecken und muss abgezogen werden, um einen Abtrieb und damit eine Belastung des Vorfluters zu verhindern.

BSB
BSB5 (biochemischer Sauerstoffbedarf)Es wird gemessen, wieviel Sauerstoff die im Abwasser vorhandenen Bakterien innerhalb von 5 Tagen verbrauchen. Ist der Wert hoch, verbrauchen die Bakterien viel Sauerstoff und das Abwasser ist noch nicht sehr gut geklärt worden. Der obere Grenzwert liegt in Deutschland bei 40mg/l.

CE
Die CE-Kennzeichnung (Conformité Européenne, so viel wie „Übereinstimmung mit EU-Richtlinien“) ist eine Kennzeichnung nach EU-Recht für bestimmte Produkte in Zusammenhang mit der Produktsicherheit. Durch die Anbringung der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller, dass das Produkt den geltenden europäischen Richtlinien entspricht. Eine CE-Kennzeichnung lässt keine Rückschlüsse zu, ob das Produkt durch unabhängige Stellen auf die Einhaltung der Richtlinien überprüft wurde. Ist nach der CE-Kennzeichnung eine vierstellige Zahl angebracht, weist dies auf die Einbindung einer Benannten Stelle in das Konformitätsbewertungsverfahren hin. Die CE-Kennzeichnung ist kein Gütesiegel (Qualitätszeichen). ( Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/CE-Kennzeichnung)

CSB
CSB (chemischer Sauerstoffbedarf)
Es wird gemessen, wieviel Sauerstoff die chemischen Faulungs-/Reinigungsprozesse im Abwasser verbrauchen. Hohe Werte, also ein hoher Verbrauch an Sauerstoff bedeuten, daß das Abwasser noch nicht sehr gut geklärt wurde. Der obere Grenzwert liegt in Deutschland bei 150mg/l.

Festbettverfahren
Klärsystem, welches durch Belüftung von Trägermaterial (auf dem sich Bakterienkulturen ansiedeln) eine Reinigung des Abwassers erzielt.

1. Bei dem Festbettverfahren gelangt das Abwasser zunächst in eine erste Kammer, welche das größte Fassungsvermögen aufweist. Hier trennen sich die Feststoffe im Abwasser von der Flüssigkeit, indem sie auf den Boden absacken.

2. Über eine Übertrittsöffnung gelangt das Abwasser in die zweite Kammer (bei größeren Anlagen – ab 16-20EW – in den zweiten Behälter). Hier findet die eigentliche biologische Reinigung statt. Das Festbett ist aus einem Material auf welchem sich zur Kärung benötigte Bakterien ansiedeln. Links auf dem Bild besteht das belüftete Festbett aus den schwarzen Kuststoffröhren, die zu Blöcken gefaßt in der zweiten Kammer montiert werden. Das Festbett kann jedoch auch ein anderes Aussehen besitzen.
Damit die Bakterien genügend Sauerstoff erhalten um zu „atmen“, wird das Festbett mit Luft durchströmt, welches von einem Belüfter über eine Schlauchverbindung dorthin gedrückt wird.
Tauchkörper sind auf Rollen oder Kreiseln angebrachtes Festbett, das ähnlich einem Wasserrad, mit der einen Hälfte im Abwasser angebracht ist. Das Festbett wird jeweils durch das Abwasser und durch die Luft gedreht und erhält so genügend Sauerstoff.

3. Abschließend gelangt das Abwasser in eine dritte Kammer, die als Nachklärung dient. Bei einigen Anlagen werden die restlichen Feststoffe, welche hier noch auf den Grund absacken wieder zurück in die erste Kammer gepumpt. Das geklärte Abwasser der Nachklärung kann von hier aus versickert, verrieselt oder in einen Vorfluter eingeleitet werden.

Klärschlamm
Klärschlamm (bzw. Vorklärschlamm)
Gemeint ist der Schlamm, der sich in der Vorklärung absetzt. Er enthält meist auch größere Teilchen von Fäkalien, Gemüse, Obst, Textilien, Papier… Der Klärschlamm muß mindestens alle 2 Jahre (öfters jedes Jahr) von einer dafür zuständigen Firma ausgesaugt werden.

Kunststoffbehälter
Aufgrund des Materials sind Kunststoffbehälter absolut unkomliziert in der Handhabung. Aufgrund des geringen Gewichtes können diese Behälter auch an Stellen „per Hand“ versetzt werden, an welche keine schweren Baufahrzeuge gelangen – sind also als Sonderlösung für schwieriges Gelände, bzw. unzugängliche Bereiche hinter Gebäuden… geeignet.

Das Material der Kunststoffbehälter garantiert hundertprozentige Wasserdichtigkeit und außerdem eine extrem lange Haltbarkeit.

Nachteil sind die im Vergleich zu den anderen Behältertypen hohen Preise.

Mikrofiltration
Ein Klärsystem, welches mit Filterelementen das Abwasser reinigt.

1. Vorklärung – Hier trennen sich die Feststoffe im Abwasser von der Flüssigkeit, indem sie auf den Boden absacken.

2. Dannach gelangt das Abwasser in die biologische Stufe. Diese besteht aus einer Einheit, die Luft in das Abwasser sprudeln läßt, und zusätzlich mit einer Membraneinheit ausgestattet ist. Das Abwasser wird mit der Luft zusammen an die Membranoberfläche geleitet. Die Membranporen haben einen Durchmesser von wenigen Tausendstel Millimetern, was bedeutet, daß alle Stoffe mit größerem Durchmesser (Bakterien, Hefen, Pilze..) diese Membran nicht durchdringen können und herausgefiltert werden.
Die Luft, die durch das restliche Abwasser sprudelt bewirkt zusätzlich, ähnlich dem SBR-Verfahren, daß Bakterien im Abwasser mit genügend Sauerstoff versorgt werden und so zusätzlich das Abwasser reinigen.

3. Über einen Überlauf gelangt das Abwasser in die Nachklärung und hat nun eine Gesamtreinigung von 90-99 % erfahren. Das gereinigte Abwasser kann von hier aus in einen Vorfluter oder eine Versickerung abgeleitet werden.

Monolithisch
Bedeutet, daß ein Klärbehälter aus einem Stück (plus Konus der oben aufgesetzt wird) gefertigt / gegossen ist. Es müssen keine Ringe mehr vermörtelt werden.

Monolithische Betonbehälter
Monolithische Betonbehälter werden aus einem Stück gefertigt, bzw. aus dem Behälter und dem Konus, der nur noch aufgesetzt werden braucht.

Der Vorteil der monolithischen Behälter liegt in der Zeit- und daher Geldersparnis beim Versetzen, da auf das Verschmieren von einzelnen Ringen verzichtet wird. Weiterer Vorteil ist die Tatsache, daß diese Behältertypen ohne Probleme in Gebieten mit hohem Grundwasserstand benutzt werden können, da sie fugenlos und daher absolut wasserdicht sind.

Der Nachteil besteht darin, daß die Behälter aufgrund ihres hohen Gewichtes der Einzelteile (schwerstes Einzelteil ~ 7t) nur von „schwerem Gerät“ (Autokran, große Bagger) versetzt werden können, und die Anforderungen an das Gelände daher höher liegen. Des weiteren sind monolithische Behälter etwas teurer, als Behälter in Ringbauweise.

Nachrüstsatz
Nachrüstsatz / Nachrüstung
Falls Sie bereits ein Dreikammersystem besitzen, so kann dieses mit Hilfe eines Nachrüstsatzes in eine vollbiologische Kleinkläranlage umgebaut werden. Dies spart Geld für einen neuen Behälter.

Pflanzenkläranlage
Ein Klärsystem, bei dem das Abwasser ein Pflanzenbeet durchströmt, welches eine Reinigung des Wassers erreicht.

1. Vorklärung (z.B. eine Mehrkammerabsetzgrube) Hier trennen sich die Feststoffe im Abwasser von der Flüssigkeit, indem sie auf den Boden absacken.

2. Von einem Pumpenschacht aus wird das Wasser intervallweise in das Pflanzenbeet eingeleitet.

3. Durch die Bakterien die im Boden des Pflanzenbeets vorhanden sind, wird das Abwasser gereinigt.

4. Das gereinigte Abwasser gelangt in einen Kontrollschacht, und kann von dort aus in den Untergrund eingeleitet werden.
Ein Schönungsteich, wie auf dem Bild ist nicht unbedingt erforderlich.

pH-Wert
Der pH-Wert gibt den säure- oder basengehalt des Abwassers an. Scharfe Waschmittel können diesen Wert beeinflussen. Neutrales Wasser hat einen PH-Wert von 7,0.

Reaktionskammer
Die Reaktionskammer ist der Teil einer vollbiologischen Kleinkläranlage (normalerweise als zweite Kammer), in welchem die eigentliche Reinigung stattfindet. Dies geschieht z.B. durch ein istalliertes Festbett, einen SBR Reaktor oder eine Filtermembran.

Ringbauweise
Betonbehälter die aus mehreren Betonringen zusammengesetz werden.

Betonbehälter in Ringbauweise
Die Betonbehälter in Ringbauweise werden, wie in der Zeichnung zu sehen, aus einem Bodenstück, einer unterschiedlichen Anzahl von Ringen und dem Konus zusammengesetzt und vermörtelt.

Der Vorteil der Ringbauweise liegt darin, daß die Einzelteile verhältnismäßig „leicht“ sind und mit einem Kettengehänge auch von „kleineren“ Baggern versetzt werden können. Außerdem hat ein Bagger bessere Möglichkeiten die Ringe über unebenes Gelände zu der Stelle,wo die Anlage gesetzt werden soll, zu transportieren.

Der Nachteil besteht gegenüber der monolithischen Bauweise (Behälter aus einem Stück) darin, daß durch das Verschmieren der einzelnen Ringe beim Versetzen mehr Zeit benötigt wird. Außerdem besteht auf längere Sicht eher die Gefahr, daß die Grube an den Fugen von einem Ring zum nächsten undicht wird.

SBR-Verfahren
Klärsystem, welches mit Belüftung des Abwassers in vorgegebenen Zyklen eine Reinigung des Abwassers erreicht.

Entgegen der meisten anderen Verfahren bei denen drei Reinigungsschritte benötigt werden (Vorklärung / biologische Reinigung / Nachklärung), werden bei der SBR-Technologie (SBR=Sequentielle biologische Reinigung) der zweite und dritte Schritt in einem „Reaktor“ (einer Kammer / einem Behälter) zusammengefaßt.

1. Vorklärung – Hier trennen sich die Feststoffe im Abwasser von der Flüssigkeit, indem sie auf den Boden absacken. Die Voklärung dient außerdem als Puffer für eine bestimmte Menge Abwasser, die in Intervallen in den SBR-Reaktor befördert wird.

2. SBR-Reaktor – Aus der Vorklärung werden in computergesteuerten Intervallen bestimmte Abwassermengen in den SBR-Reaktor befördert. Hier beginnt nun die Reinigungsphase, in welcher das Abwasser durch Luftzufuhr umgewälzt wird und die Bakterien ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.

3. Nach der Phase der Luftzufuhr folgt eine Absetzphase, ohne Belüftung (Denitrifikation), in welcher sich das Abwasser trennt, indem die Schlammstoffe im SBR-Reaktor nach unten sacken und so an der oberen Schicht das gereinigte Abwasser verbleibt.

4. Dieses gereinigte Abwasser wird nun aus dem SBR-Reaktor abgezogen und einer Versickerung oder einem Vorfluter zugeführt. Der sogenannte Überschußschlamm, der sich am Boden des SBR-Reaktor sammelt wird zurück in die Vorklärung gepumpt. Dannach beginnt ein neuer Zyklus.

Schlammentnahme
Schlammentnahme nach neuer DIN 4261 Teil 1
Wie ist die DIN in Bezug auf 50 % des Nutzvolumens zu interpretieren?

Beziehen sich die 50 % auf die gesamte Grube oder sind einzelne Kammern zu betrachten?

Diese Fragen kann man für Mehrkammergruben nicht eindeutig beantwortet werden.

Bei T-förmigen Überläufen zwischen den Kammern ist der Schlammspeicherraum sicherlich anderes anzusetzen als bei Gruben mit Schlitzen. Die Frage wurde zur Klärung an den DIN-Ausschuss geleitet, über das Ergebnis wird berichtet.

Schwimmschlamm
Neben dem Blähschlamm kann Schwimmschlamm als zweites Phänomen eines „kranken“ Belebtschlammes vorkommen. Dieser an der Oberfläche flotierende Schlamm wird durch massenhaftes Auftreten von Actinomyceten und von bestimmten Fadenbildnern hervorgerufen, welche eine stark wasserabstoßende (hydrophobe) Zelloberfläche haben. In den Belebtschlammbecken können sich Bläschen aus Luft oder Stickstoffgas an der hydrophoben Zelloberfläche anlagern und den Schlamm zum Aufschwimmen bringen. Schwimmschlamm sollte möglichst rasch aus dem Prozess entfernt werden, da er auch bei der anaeroben Schlammstabilisierung zu Schaumbildung in Faultürmen führt.

Tropfkörper
Ein Klärsystem, bei dem das Abwasser meist duch eine Schicht Lavaschlacke (Steine, auf denen sich Bakterienkulturen ansiedeln) tropft, und hierdurch eine Reinigung erzielt.

1. Vorklärung – Hier trennen sich die Feststoffe im Abwasser von der Flüssigkeit, indem sie auf den Boden absacken.

2. Dannach gelangt das Abwasser über ein Verteilersystem in die biologische Stufe (den eigentlichen Tropfkörper) und wird hier durch einen Verteiler über die Tropfkörperschüttung (Lavaschlacke, bzw. viele kleine Lavasteine oder Kunststoffröhrchen) verteilt. Auf diesen bilden sich die Bakterien, welche zur Reinigung des Abwassers benötigt werden. Das Abwasser tropft durch diese Lavaschlacke bis zum Boden des Behälters, und wird von dort aus in die Nachklärung (die letzte Behälterkammer) befördert.

3. Bei einigen Anlagen werden die restlichen Feststoffe, welche hier noch auf den Grund absacken, wieder zurück in die erste Kammer gepumpt. Das geklärte Abwasser der Nachklärung kann von hier aus versickert, verrieselt oder in einen Vorfluter eingeleitet werden.

Vorklärung
Die Vorklärung ist die erste Klär-Kammer, in welche das Abwasser gelangt (manchmal auch ein kompletter Behälter). Hier setzen sich die Feststoffe als Klärschlamm ab. Außerdem erfolgt eine erste Reinigung des Abwassers durch Faulungsprozesse.

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